Bridge


Bridge
Bridge 〈[ brı̣dʒ] n.; -s; unz.; Kart.〉 aus dem Whist entstandenes Kartenspiel zu viert mit frz. Karten [zu engl. bridge „Brücke“]

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Bridge [brɪt̮ʃ, auch: brɪd̮ʒ ], das; - [engl. bridge, H. u.]:
aus dem Whist hervorgegangenes Kartenspiel für vier Spieler.

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I
Bridge
 
[englisch, brɪdʒ; wörtlich »Brücke«], 1) im Jazz und Rock Bezeichnung für den kontrastierenden (achttaktigen) B-Teil (Mittelteil) einer (zweiunddreißigtaktigen) AABA-Form, der gewissermaßen die »Brücke« zur abschließenden Wiederholung des A-Teils darstellt. Der Bridge-Teil enthält neue melodische Motive, häufig sequenziert (Sequenz), und einige standardisierte harmonische Wendungen, z. B. (bezogen auf C-Dur):
 
— | C7 |C7 |F |F |C |C |G7 |G7 |—
 
— |F |F |C |C |D7 |D7 |G7 | G7 |—
 
— |E7 |E7 |A7 |A7 |D7 |D7 |G7 |G7 | —
 
Andere Bezeichnungen dafür sind Channel oder Release. In der Rockmusik wird mitunter auch in einer AB-Form der Vers A, der in den Refrain B mündet, Bridge genannt.
 
2) Als Primary Bridge bezeichnet man in einem Arrangement einen größeren, mit neuem musikalischen Material versehenen Teil, der beispielsweise nach der Wiederholung von Vers/Refrain eingeschoben wird. Als kurze, spannungssteigernde Einfügung zwischen Vers und Refrain steht mitunter die Transitional Bridge.
II
Bridge
 
[brɪdʒ; Herkunft unsicher; volksetymologisch mit bridge »Brücke« verbunden, weil der Erstansagende mit seinem Angebot dem Partner gleichsam eine Brücke baut; die ältere Form des Begriffs, »biritch« (um 1870), geht möglicherweise auf das Russische zurück] das, -, aus dem Whist entstandenes Kartenspiel mit 52 französischen Karten für vier Teilnehmer. Je zwei, jeweils für die Dauer eines Durchgangs zugeordnete Spieler sitzen einander als Partner gegenüber und spielen gegen die beiden anderen. Das einzelne Bridgespiel besteht aus zwei Hauptabschnitten: dem Bietprozess (auch Reizen oder Lizitation genannt) und der Spieldurchführung. Während des Bietprozesses werden Spielart (Trumpffarben oder »Ohne Trumpf«) und zu erreichende Stichzahl (mindestens sieben) durch Ansagen ausgeboten, wobei die jeweiligen Partner durch geschicktes Bieten Informationen über ihre Blätter austauschen. Die Partei mit dem höchsten Gebot übernimmt das Spiel und versucht dieses Gebot, den »Kontrakt« (daher Kontraktbridge), zu erfüllen. Hierbei ist derjenige Alleinspieler, der das erste Gebot in der Spielart gemacht hat; sein Partner legt seine Karten als »Strohmann« (englisch dummy) offen auf. Ein Spiel gilt als gewonnen, wenn der Alleinspieler mindestens die Anzahl von Stichen macht, die im Kontrakt festgelegt ist. Für den Gewinn einer Partie sind 100 Punkte erforderlich, erreichbar in einem »vollen Spiel« oder mit mehreren Teilspielen. Ziel ist der Gewinn eines Durchgangs (Robber oder Rubber) zu zwei Partien.
 
 
Bridge trat erstmals um 1880 in Konstantinopel auf. 1894 wurde es in London eingeführt, seit etwa 1900 ist es als beliebte Form des Whistspiels weltweit verbreitet. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts spielte man Bridge in der Form des Auktionsbridge, 1932 entwickelte Ely Culbertson (* 1891, ✝ 1955) die heutige Spielart Kontraktbridge Bridge ist heute v. a. in den angelsächsischen Ländern und in Skandinavien sehr beliebt. International werden Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Alle vier Jahre veranstaltet die »World Bridge Federation« eine Bridgeolympiade.
 
 
U. Auhagen: Das große Buch vom B. (31986);
 V. Mollo: Herausforderung im B. (Neuausg. 1987);
 K. Ritz u. W. Voigt: B. (1994).
III
Bridge
 
[brɪdʒ], Frank, britischer Komponist und Dirigent, * Brighton 26. 2. 1879, ✝ Eastbourne 10. 1. 1941; war Dirigent in London; komponierte in spätromantischem Stil, später modifiziert durch den Einfluss der Musik A. N. Skrjabins, die Oper »The Christmas rose« (1932), sinfonische Dichtungen und Kammermusik. Bridge war der Lehrer von B. Britten.
IV
Bridge
 
[dt. »Brücke«] die, im weiteren Sinne jedes Gerät zur Verbindung zwischen zwei beliebigen Netzwerken.
 
Im engeren - hier ausschließlich gebrauchten - Sinne ist eine Bridge ein Gerät, das zwei Netze miteinander verbindet, die mit demselben Übertragungsprotokoll, aber mit unterschiedlichen Kabeln arbeiten (Netzkopplung). Die Bridge arbeitet auf der zweiten Schicht des OSI-Schichtenmodells, dem sog. Data Link Layer (dt. Sicherungsschicht). Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Übertragungsgeschwindigkeiten der verbundenen Netze auszugleichen.

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Bridge [brɪtʃ od. brɪdʒ], das; - [engl. bridge, H. u.]: aus dem Whist hervorgegangenes Kartenspiel für vier Spieler.

Universal-Lexikon. 2012.

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